Farah Diba in Deutschland
Currywurst Essen mit kaiserlicher Hoheit Farah Diba-Pahlavi an einer einfachen Wurstbude.
Auf der Speisekarte: Currywurst mit Pommes (2,80 Euro), ohne (1,80 Euro), Bratwurst (1,50 Euro), Brühwurst mit Toast (1,50 Euro). Ich frage sie: "Ihre Majestät, welche Wurst wünschen Sie?" Sie frag mich: "Was würden Sie wählen?" Ja, was würde ich als Berliner wählen? "Eine Currywurst kann ich sehr empfehlen." Zweimal mit Pommes. Ihre Hoheit nimmt das hellblaue Plastik-Gäbelchen in die manikürten Hände, piekst das erste Stückchen auf und kaut langsam. "Hmmm. Das schmeckt ausgezeichnet", schwärmt sie.
Es ist die erste Currywurst in ihrem 66-jährigen Leben. Es ist ihre vierte Deutschland-Reise nach der Revolution im Iran. Drei Tage Ruhrgebiet, so wie zu früheren Zeiten als sie noch die Gattin von Mohammad-Reza Schah Pahlavi war (Hochzeit 1959). Seit seinem Tod 1980 lebt Farah Diba zurückgezogen in Paris und Washington.
Hossein Yazdi und Ex-Kaiserin Farah Diba an der Wurstbude. Foto: Norman Schreiber
Am Sonntagabend erhielt sie in Dortmund den "Steiger-Award". Der Preis wurde zum ersten Mal verliehen, steht für Geradlinigkeit, Verläßlichkeit und Fleiß. Auch der stellvertretende israelische Ministerpräsidenten Shimon Perez wurde damit geehrt.
Der Termin-Plan von Farah-Diba: Besuch der Ausstellung "Das antike Persien" im Bergbaumuseum der Stadt. Begrüßt und geführt wurde sie vom Museumsdirektor Rainer Slotta. Die Kaiserin zeigte sich ergriffen, nach 26 Jahren Exil wieder hautnah die Kunstschätze ihrer Heimat betrachten zu können. Danach Besuch des Kunst- und Galeriehauses in Bochum. Am Eingang wehte die Kaiserlich Persische Flagge. Exil-Iraner streuten Rosen auf den roten Teppich, applaudierten.
Ich verabschiede mich von ihr. Sie sagt: "Die Currywurst bleibt ein großes Erlebnis für mich." Sie lächelt. Als Dankeschön erhalte ich eine Uhr mit Kaiserlichem Wappen der Pahlavi-Dynastie.
Print - Quelle - 25.01.2005 - Berliner Zeitung - Hossein Yazdi





