"Kult"-Wurst gibt´s nur im Dorf
Irmgard und Erwin Müller haben Vertrag mit Bochumer Unternehmen Dönninghaus - Das Ruhrgebiet auf dem Teller.
Wengern. Ein Lächeln und ein freundliches "Was darfs denn sein?" gibt es zur Begrüßung. Irmgard Müller zückt den Plastikkugelschreiber, um Wünsche zu notieren. Der Dorf-Imbiss an der Osterfeldstraße ist exakt so, wie man sich eine Frittenbude im Ruhrgebiet vorstellt: ohne viel Schnörkel - dafür aber mit viel Herzlichkeit. Irmgard Müller und ihr Mann Erwin haben das Schnellrestaurant vor kurzem übernommen. "Die ersten beiden Monate waren sehr schwach", blickt der 69-Jährige zurück. "Aber derzeit ist alles im grünen Bereich." Anscheinend spricht sich Qualität herum - und davon haben die beiden Wittener eine ganze Menge zu bieten. "Ich mache so gut wie alle Gerichte selbst", verrät Irmgard Müller, die zuvor bereits ein Jahr lang als Aushilfe im Dorf-Imbiss gearbeitet hatte.
"Kultige Wurst" lockt Gäste an.
Doch die meisten Gäste zieht es nicht wegen des selbstgemachten Kartoffelsalats in das weißgestrichene Häuschen neben der Calpam-"Tanke". Der Grund ist sozusagen ein "kultiger". Irmgard und Erwin Müller bieten als einzige in ganz Wetter die berühmte Bochumer "Dönninghaus Currywurst" an. Freunde richtig guter Ruhrgebiets-Bratwurst wissen, was das bedeutet. "Wir haben einen Ausschließlichkeitsvertrag mit der Firma Dönninghaus geschlossen", so Erwin Müller, der 25 Jahre lang als Unternehmensberater tätig war - und seine Erfahrung jetzt in die Imbissbudenleitung einfließen lässt. "Zu Hochzeiten stehe ich auch schon einmal hinter dem Grill - aber eigentlich ist dafür meine Frau zuständig." Und die gelernte Krankenschwester versteht ihr Geschäft. Sie brät, grillt, frittiert und garniert - und hat dabei für jeden Gast auch noch ein paar nette Worte auf den Lippen. "Es ist wirklich super hier", meinen auch Paul Kaiser und Florian Waltjen, die sich die echte Bochumer Kult-Currywurst mit Pommes und Mayo schmecken lassen.
Bietet als einzige in Wetter die "kultige" Dönninghaus-Wurst aus Bochum an: Irmgard MüIIer, die vor kurzem den Dorfimbiss an der Osterfeldstraße in Wengern übernommen hat. Foto: Christian Papesch
Schon bald wird es auf der Steinterrasse vor dem Imbiss auch einen kleinen Pavillion geben, unter dem man Wurst und Bier genießen und dabei das rege Treiben auf der Osterfeldstraße beobachten kann. Typisch Ruhrgebiet - auf dem Teller und auch drum herum. Und doch gibt es einen Stilbruch - wenn auch nur einen klitzekleinen: "Gebürtig komme ich aus Sachsen", gesteht Irmgard Müller. Und das hört man auch. Ab und zu.
Print - Quelle - Unbekannt / Christian Papesch






